Netzbeeinflussung Mainzer Ring - Stau- und Unfallreduzierung

Mithilfe dynamischer Wegweiser mit integrierten Stauinformationen - sogenannten "dWiSta-Tafeln"- können Verkehrsteilnehmer im Falle von Störungen gezielt um die kritischen Verkehrspunkte, in der Regel an Autobahnkreuzen oder Autobahndreiecken, auf Alternativrouten umgeleitet werden. Die Hauptstrecke wird hierdurch entlastet, vorhandene Staus können sich schneller auflösen und die Unfallgefahr reduziert sich. Gerade auch für Baustellenbereiche kann so eine verkehrliche Entlastung und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit erzielt werden. Auch wenn nicht alle Verkehrsteilnehmer den angezeigten Ausweichempfehlungen nachkommen, lässt sich eine deutliche Entspannung der Verkehrssituation erreichen.
Gibt es keine Alternativroute, weil diese z.B. ebenfalls überlastet ist, können die dWiSta-Tafeln Hinweise auf die Störung anzeigen.

A61 vor Koblenz
Beispiel für einen dynamischen Wegweiser mit integrierter Stauinformation (dWiSta) auf der A 61 vor dem Kreuz Koblenz.

Gerade zu Stoßzeiten im Berufsverkehr kommt es auf dem gesamten Mainzer Ring zu Kapazitätsengpässen. Dabei überlagern sich die Fernverkehrsströme mit dem Regionalverkehr aus Rheinhessen und der Region Rhein-Main. Pendler erleben dies morgens in Fahrtrichtung Wiesbaden und Rüsselsheim/Frankfurt und abends in der Gegenrichtung. Wenn sich aufgrund der hohen Verkehrsbelastung Staus bilden, steigt automatisch auch die Unfallgefahr an.

Der Mainzer Ring verfügt mit seinen Anschlussstrecken A 643, A 66, A 671 und A 60 sowohl über eine nördliche als auch über eine südliche Umfahrung der Nachbarstädte Mainz und Wiesbaden. Bei Unfällen, Baustellen oder hohem Verkehrsaufkommen können die Verkehrsströme gezielt auf die freien Abschnitte umgelenkt und das betroffene Teilstück entlastet werden. Alle Schaltungen der dWiSta-Tafeln erfolgen in Absprache mit dem Nachbarbundesland Hessen und bei großräumigen Störungen in Richtung Köln auch mit Nordrhein-Westfalen.

Folgende Entscheidungspunkte werden in die Planung der Netzbeeinflussungsanlage miteinbezogen:

  • Autobahndreieck Mainz, A 60 Fahrtrichtung Osten
  • Autobahnkreuz Mainz-Süd, A63 Fahrtrichtung Norden
  • Mainspitzdreieck, A 60 Fahrtrichtung Westen und Osten
  • Anschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim, A 66 Fahrtrichtung Westen
  • Anschlussstelle Wiesbaden Mainzer Straße, A 66 Fahrtrichtung Osten.

Um einen reibungslosen Ablauf mit den angrenzenden Netzbeeinflussungsanlagen auf dem Korridor Köln-Koblenz-Frankfurt, dem Mönchhofdreieck, dem Wiesbadener Kreuz und dem Rüsselsheimer Dreieck gewährleisten zu können, arbeiten die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eng zusammen. Die Verkehrszentralen dieser Länder können sowohl automatische als auch manuelle Schaltungen an der Anlage im jeweiligen Zuständigkeitsbereich vornehmen.

Die Kosten für die Realisierung der für Oktober 2011 geplanten Inbetriebnahme auf dem rheinland-pfälzischen Autobahnnetz liegen bei ca. 1,2 Mio. Euro.

A63 vor Mainz
Einer der geplanten Standorte für einen dynamischen Wegweiser mit Stauinformationen auf der A 63, Autobahnkreuz Mainz-Süd in Fahrtrichtung Norden.
Autobahnnetz Mainz